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DVFB - Deutscher Vieh- und Fleischhandelsbund e.V.

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Bayern: Zur Eröffnung der Grillsaison: Vieh- und Fleischhandel kritisiert Einzelhandel bei Import von südamerikanischem Rindfleisch

Reinhold Koller, stellvertretender Vorsitzender des Bayerischen Vieh- und Fleischhandelsverbandes e. V.

Der Bayerische Vieh- und Fleischhandelsverband e. V. hat uns seine Pressemitteilung vom heutigen Tag übermittelt:

Verband prangert Heuchelei des Lebensmitteleinzelhandels und der Verbraucher bei Einkaufsverhalten an. Stellenwert der heimischen Agrarprodukte muss stärker in das Bewusstsein der Politik, Behörden und Verbraucher gerückt werden.

München/Berching – Eine nur schwer zu ertragende Heuchelei des Verbrauchers, aber auch des Lebensmitteleinzelhandels hat der stellvertretende Vorsitzende des Bayerischen Vieh- und Fleischhandelsverbandes, Reinhold Koller, anlässlich der Eröffnung der Grillsaison bei Sonderangeboten für Rindfleisch von namhaften Discountern angeprangert. Es könne nicht angehen, dass von der heimischen Landwirtschaft und dem Agrarhandel immer strengere Auflagen und immer neue Qualitätsprogramme mit deutlich steigenden Kosten gefordert werden und gleichzeitig marktbeherrschende Discounter südamerikanisches Rindfleisch zu Tiefstpreisen anbieten.

Die Anforderungen des Lebensmitteleinzelhandels an unser heimisches Rindfleisch werden ständig in die Höhe geschraubt. Neben den Qualitätsprogrammen GQ, QS und neuen Programmen für Tierwohl und Haltungsformen, die ein schier unerträgliches Maß an Bürokratie für die Landwirtschaft bedeuten, wird auch der Preisdruck seitens des LEH stets erhöht, obwohl den Verantwortlichen bewusst ist, dass die Kosten in der Erzeugung und im Handel in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen sind. Diese Heuchelei gipfelt darin, dass ein Discounter wie Lidl jetzt zur Eröffnung der Grillsaison südamerikanisches Entre-côte zu einem Kilopreis von 15,99 € anbietet. Die heimische Landwirtschaft wird ein weiteres Mal auf dem Altar des Freihandels geopfert. Unsere bayerischen Bauern produzieren bereits heute ausreichend Rindfleisch für den eigenen Markt. Ökologisch und sozial bedenkliches Billig-Fleisch aus Südamerika wird folglich unsere Landwirtinnen und Landwirte weiter unter Druck setzen und den Ansprüchen unser Verbraucherinnen und Verbraucher nicht gerecht. Die Wahrheit ist doch, dass weder der Lebensmitteleinzelhandel, noch die Verbraucher darüber aufgeklärt sind, unter welchen Bedingungen die Rinder in Südamerika gehalten, gemästet und geschlachtet werden. Von dem ökologischen Irrsinn, Rindfleisch um die halbe Welt zu transportieren, nur um es hier für die Hälfte des Wertes unserer ohnehin günstigen Fleischpreise anbieten zu können, gar nicht zu reden!  so Reinhold Koller, stellvertretender Vorsitzender des Bayerischen Vieh- und Fleischhandelsverbandes anlässlich der Discountangebote des deutschen Einzelhandels zur Eröffnung der Grillsaison.

Koller fordert eine Intervention der Politik und nachhaltige Verbraucheraufklärung. Auch die Behörden und der Gesetzgeber seien gefordert, wenn es um die Vermittlung der Werthaltigkeit des Lebensmittels Fleisch geht.

Reinhold Koller: Es zeugt doch von einer vollkommen abgehobenen und praxisfernen Einstellung zum hochwertigen Lebensmittel Fleisch, wenn nun zusätzlich in einer neuen Verwaltungsvorschrift des Bundesrates vom 18. April 2019 festgelegt wird, dass das Fleisch von Schlachttieren am Schlachthof zu Hundefutter verarbeitet werden muss, wenn Flanken, Vorder- oder Hintergliedmaßen der Schlachttiere verschmutzt sind. Gerade bei warmem Wetter sind Verschmutzungen durch Kot beim Transport unvermeidlich. Auch in den vergangenen Jahren war es dann immer möglich, Tiere noch am Schlachthof zu reinigen oder auf andere Weise sicherzustellen, dass Lebensmittelhygiene gewährleistet ist!

Die deutsche Bevölkerung einschließlich ihrer Politiker bestünde zu 98% aus Experten für Landwirtschaft und nur zu 2% aus Beteiligten, die tatsächlich im Agrarsektor arbeiten und wüssten wovon sie sprechen. Wenn sich hier nicht etwas ändere, so Koller, könne Lidl, genauso wie der letzte Metzger um die Ecke bald nur noch südamerikanisches Fleisch verkaufen.

 

Im Bayerischen Vieh- und Fleischhandelsverband sind rund 380 freie Vieh- und Fleischhandelsunternehmen im Freistaat zusammengeschlossen. Sie haben im vergangenen Jahr rund 1,8 Mio. Rinder und 4,8 Mio. Schweine mit einem Handelsvolumen von 6,4 Mrd. Euro bewegt. Der Verband vertritt die Interessen seiner Mitglieder nach außen und dient der Information und Beratung sowie dem Meinungsaustausch. Landesvorsitzender ist Walter Behr, Dittelbrunn.


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